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Investitionsanreize für ausländische Investoren in Malaysia geplant (September 2003)

Rückfragen richten Sie bitte an:
Thomas Busching
thomas.busching@haarmannhemmelrath.com
Dr. Knut Unger
knut.unger@haarmannhemmelrath.com


Wie alle Tigerstaaten fürchtet auch Malaysia die immer stärkere Konkurrenz der Volksrepublik China als billigen Produktionsstandort. Vor wenigen Wochen hat erstmals die malaysische Regierung diese zunehmende Sorge in der Öffentlichkeit eingeräumt und weitreichende Maßnahmen angekündigt, die Attraktivität Malaysias für das produzierende Gewerbe zu erhöhen. Aber nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China, sondern auch gegenüber den Mitbewerbern in der unmittelbaren Nachbarschaft soll ausgebaut und verstärkt werden.


Die Umsetzung dieser Fördermaßnahmen soll gemäß einer Rede des malaysischen Premierministers Dr. Mahathier im nächsten Jahreshaushaltsplan, Budget 2003, erfolgen, welcher in den kommenden Wochen dem Parlament zur Entscheidung vorgelegt werden wird. Nach eigene Einschätzung ist der Wettbewerb um ausländische Investitionen in Asien schärfer geworden und bislang ist es Malaysia nur bedingt gelungen, in diesem Wettbewerb eine Favoritenrolle zu übernehmen. Anträge auf Investitionen in Produktionsanlagen sind auf RM 2,1 Milliarden (ca € 566 Mio.) in den ersten sechs Monaten zurückgegangen. Zum Vergleich, im Vorjahr betrugen die Investitionen RM 11,2 Milliarden (€3,02 Mrd.).


Freilich hatte Malaysia in der jüngsten Vergangenheit auch Erfolge zu verzeichnen. So konnten für den Hafen von Johor Bahru dem Hauptkonkurrenten Singapurs zwei Groß-Reedereien abgeworben werden. Auch BMW hat das Regional Headquarters von Singapur nach Malaysia verlegt. Auf diese beiden Verluste hat der Stadtstaat bereits mit der ihm eigenen Flexibilität und Geschwindigkeit im Budget 2002 reagiert. Wir haben an dieser Stelle darüber berichtet. Andere Sektoren für Wirtschaftswachstum will Malaysia mit dem neuen Budget identifizieren und erschließen und dass sowohl eigenständig als auch mit Hilfe ausländischer Investitionen. Zu allem was zu Wirtschaftswachstum irgendwie beitragen kann, soll gemäß dem Premierminister seitens der Politik ermutigt werden. Nähere Angaben zum Inhalt des geplanten Incentive-Programms wurden leider noch nicht gemacht.


Einen direkten Preiskampf will Malaysia, das sich als einen der in Asien entstehenden Technologie-Hubs versteht, gegen ausgesprochene Niedrigkosten-Standorte wie China, vermeiden und statt dessen Allianzen mit diesen Staaten bilden. "Head-on, all-out competition", insbesondere im arbeitskräfteintensiven Niedrigpreissegment soll minimiert werden. Zudem solle eine China plus One Politik gefördert werden. Mit China plus One sind China und Penang gemeint. Penang ist das Zentrum der malaysischen Elektrotechnik und Elektronik, welches auf sich mehr als 60 % der Gesamtexporte verbuchen kann. Die Rolle Penangs soll dabei die eines Vorreiters und Entwicklers sein, der die eigentliche Massenproduktion in der in der bevölkerungsreichsten Nation vorbereitet.


Kaum Zweifel bestehen, dass neben solcher strategischer Absichtserklärungen, Malaysia tatsächlicher Änderungen der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik bedarf, um interessanter für ausländische Direktinvestitionen zu werden, als beispielsweise der kleine Nachbar Singapur. Da ist der vergleichsweise hohe Steuersatz von 28 % oder die doch rigide Währungspolitik zu nennen. Wesentliches Investitionshindernis sind jedoch die nach wie vor bestehenden Bumi Putra Regeln. Danach ist im Regelfall für eine Investition letztlich eine Mindestbeteiligung von Malaysiern erforderlich eine Beschränkung, die für viele Investoren, insbesondere aus dem Mittelstand, einen "deal breaker" darstellt.

In welcher Form das geplante Maßnahmenpaket Investitionen in Malaysia fördern soll, unterliegt derzeit nur der Spekulation. Sobald mit dem Budget 2003 Details bekannt werden, werden wir an dieser Stelle darüber berichten.



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